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Verteidigungspolitik

Risikobild 2026 - Ende der Ordnung?


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​​​​​​​Am 26. Jänner 2026 wurde durch das Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) das "Risikobild 2026 - Ende der Ordnung?" im Raiffeisen-Forum in Wien präsentiert. Die diesjährige Analyse zeichnet eine sicherheitspolitische Prognose, die von tiefgreifenden Umbrüchen und der Zunahme systemischer Ungewissheit geprägt ist.

​​​​Mehr Infos zum Risikobild können unter verteidigungspolitik.at/risikobild gefunden werden.​​​​​​​

Im Anschluss zur Präsentation wurde auch eine Folge des Bundesheer-Podcast HEERgehört zum Thema "Risikobild ​​​​​​​2026" aufgenommen.

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Internationale NAVWAR Tabletop-Übung

Internationale NAVWAR Tabletop-Übung

Im Jänner veranstaltete das Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) gemeinsam mit dem European Space Policy Institute (ESPI) und der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) ein Treffen mehrerer europäischer Partnerstaaten, bei dem zivile und militärische Behörden zusammenkamen, um Herausforderungen im Zusammenhang mit Navigation Warfare (NAVWAR) zu behandeln, der militärischen Dimension von Positioning-, Navigation- und Timing-Services (Secure PNT).

Die Diskussionen hoben hervor, dass die Gewährleistung resilienter und sicherer PNT-Services einen umfassenden gesamtstaatlichen Ansatz erfordert und angesichts der Vielzahl gesellschaftlicher Abhängigkeiten auch eine gesamtgesellschaftliche Perspektive notwendig ist. Veranstaltet wurde der Event durch Vertreter der Abteilung Verteidigungspolitik & Strategie und der Direktion 6 mit Beteiligung durch zivile und militärische Vertreter aus Belgien, Finnland, Deutschland, Italien, Niederlande, Polen und der Schweiz.

Wahrnehmung von NAVWAR

Navigation Warfare oder Secure PNT ist kein Nischenthema des Militärs. Es handelt sich um eine gesamtstaatliche Resilienzherausforderung, bei der kritische Infrastrukturen teilweise von militärischer Fachexpertise abhängen und nationale Governance-Modelle darüber entscheiden, ob PNT-Verwundbarkeiten proaktiv adressiert werden oder erst nach Eintritt von Störungen. 

Defensives NAVWAR

Die Verteidigung gegen NAVWAR beginnt mit dem Wissen, wogegen verteidigt werden muss. Ohne ein gemeinsames Lagebild, koordinierte Überwachung und internationale Zusammenarbeit bleiben technische Härtungs- und Ausbildungsmaßnahmen fragmentiert und reaktiv statt resilient. 

Offensives NAVWAR

Offensives NAVWAR dient nicht der Eskalation, sondern der Abschreckung und Kontrolle. Die Fähigkeit, einem Aggressor innerhalb klarer politischer und rechtlicher Grenzen den Erfolg durch Offensivhandlungen in der Domäne Weltraum zu verwehren, ist zu einem entscheidenden Element von militärischen Operationen und glaubwürdigem, weltraumgestütztem Truppenschutz geworden. 

NAVWAR-Lagebild

NAVWAR-Lagebewusstsein bildet das Rückgrat der Weltraumlage für Land- und Luftoperationen. Nur durch die Kombination der Erkennung feindlicher Aktivitäten mit dem Verständnis eigener Verwundbarkeiten auf nationaler und internationaler Ebene können zeitgerechte Entscheidungen und wirksame Reaktionen erreicht werden. 

Way Ahead

Das weitere Vorgehen erfordert die Institutionalisierung eines gesamtstaatlichen Ansatzes zur PNT-Resilienz und zu NAVWAR, unterstützt durch klare Governance-Strukturen und definierte Zuständigkeiten. Der Aufbau und die Vernetzung von NAVWAR-Lagebildern durch föderierte, unklassifizierte und klassifizierte Überwachungs- und Meldenetzwerke ist entscheidend, um eine rechtzeitige Erkennung und Reaktion zu ermöglichen. 

Schlussfolgerungen

Das Schließen kritischer Fähigkeitslücken, insbesondere in den Bereichen Wirkungsanalyse, Attribuierung und Entscheidungsunterstützung, ist erforderlich, um Lagebewusstsein in Handlungsfähigkeit zu überführen. Gleichzeitig müssen defensive und offensive NAVWAR-Konzepte weiterentwickelt und in bestehende strategische und rechtliche Rahmen eingebettet werden. Schließlich ist eine vertiefte multinationale Zusammenarbeit unerlässlich, um Fragmentierung zu vermeiden und eine kohärente sowie glaubwürdige Reaktion sicherzustellen.