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Central european defence
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THEMEN


Central European Defence Cooperation (CEDC)


Die CEDC im Überblick

Die zentraleuropäische Verteidigungskooperation (Central European Defence Cooperation, kurz: CEDC) entstand im Jahr 2010 und ist ein sicherheits- und verteidigungspolitischer Zusammenschluss von Österreich, Kroatien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Polen (Beobachterstatus), die als Nachfolger der Zusammenarbeit der mitteleuropäischen Nationen bei der Friedensförderung (Central European Nations Cooperation in Peace Support, kurz: CENCOOP) ins Leben gerufen wurde. Die Präsidentschaft wechselt jährlich und Tschechien folgte Österreich im Jahr 2023 als vorsitzführendes Land nach. Die Zusammenarbeit der zentraleuropäischen Länder basiert neben der geographischen, kulturellen und historischen Nähe auch auf den geteilten sicherheits- und verteidigungspolitischen Herausforderungen. Neben regelmäßigen Treffen auf den verschiedenen Arbeitsebenen während des Jahres, findet jeweils ein Treffen pro Jahr auf Ebene der Verteidigungsministerinnen und -minister statt.
 

Österreichische Präsidentschaft 2022

Entsprechend des 6-jährigen Präsidentschaftsturnus hatte Österreich nach 2016 im Jahr 2022 wieder den CEDC-Vorsitz inne. Das jeweils vorsitzführende Land ist für die Gestaltung der sicherheits- und verteidigungspolitischen Agenden über das Jahr verteilt zuständig. Der thematische Hauptfokus der österreichischen CEDC-Präsidentschaft lag auf der Stärkung und weiteren EU-Annäherung der Westbalkanländer Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nord Mazedonien und Serbien sowie der neuen strategischen Ausrichtung der CEDC für die nächsten Jahre.
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Fokus auf projektbasiertem Arbeiten

Mit dem CBRN SaaS (Chemical, Biological, Radiological and Nuclear Surveillance as a Service) wurde 2017 das erste europäische Projekt mit Hilfe der CEDC ins Leben gerufen. Die mittlerweile als „Permanent Structured Cooperation“ (PESCO) Projekt geführte Initiative hat das Ziel, eine rund um die Uhr schnell einsetzbare CBRN-Überwachungsfähigkeit sicherzustellen.

Ebenso 2017 fand mit COOPSEC (Cooperative Security) zum ersten Mal eine Militärübung mit dem Ziel eines gemeinsamen Verständnisses für die Herausforderungen der Migration und der Stärkung der interregionalen Zusammenarbeit in diesem Bereich statt. Diese Übung wurde 2019 in Ungarn sowie 2021 in Kroatien als Stabsübung online wiederholt.  Aus der für COOPSEC geleisteten Unterstützungsleistung der Sprachinstitute entstand 2019 zudem der Zusammenschluss der Sprachinstitute der CEDC. Die CEDC-Sprachenplattform ermöglicht den Entscheidungsträgerinnen und -trägern, sich hinsichtlich einer gemeinsamen regionalen Sprachenpolitik abzustimmen und zusammenzuarbeiten.
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Als neuestes Projekt reiht sich die Initiative zur Errichtung des „Western Balkans Security and Defence College“ (WBSDC) in die Projektliste der CEDC ein. Als Vorbild dient das Baltikum Defence College. Weitere Schritte zur Umsetzung für das WBSDC werden in Zusammenarbeit der Abteilungen Militärpolitik, Militärdiplomatie und der Projektgruppe Westbalkan II forciert.

Westbalkan als wichtigster CEDC-Partner

Bereits vorangegangene CEDC-Präsidentschaften haben die Notwendigkeit erkannt, engere Beziehungen zu unseren Partnern am Westbalkan zu knüpfen. Zwar ist der Weg eines jeden westlichen Balkanstaates zur EU-Mitgliedschaft einzigartig und verläuft in seinem eigenen Tempo, dennoch verloren Beitrittsbestrebungen vielerorts durch die Krisen der letzten Jahre an Priorität und Rückenwind. Österreich nahm deshalb als CEDC-Vorsitzland die Gelegenheit wahr, um auf die Wichtigkeit des Voranschreitens des EU-Erweiterungsprozesses hinzuweisen, konkrete Vorhaben zu unterstützen sowie den Ländern der Region die notwendige Plattform zur Artikulation ihrer Anliegen zu geben. So wurde für Soldatinnen und Soldaten des Westbalkans ein Stipendienprogramm eingerichtet, welches ihnen die regelmäßige Teilnahme an CEDC-Veranstaltungen und Ausbildungen ermöglicht.
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Weitere Informationen zur CEDC unter: www.cedc.info